FAQ: Medikamente

Häufig gestellte und allgemeine Fragestellungen zur Medikamenten:

Mein Arzt hat mir Tabletten gegen Depressionen verschrieben, machen die abhängig ?

Antidepressiva machen grundsätzlich nicht abhängig. Sogenannte Tranquilizer dagegen haben Abhängigkeitspotential:
Tranquilizer:
Schlaf- und Beruhigungsmittel = "Sonnenbrille für die Seele"; Beruhigungsmittel
Benzodiazeptine haben ein Suchtpotential ( ähnlich den Barbituraten, weniger giftig) - Rohypnol, Frisium, Adumbran, Valium, Tavor, Lexotanil
(meist in Kombination mit Alkohol oder Drogen, 70% aller Arzneimittelsüchte)
Barbiturate (Schlaf- u. Beruhigungsmittel mit hohem Abhängigkeitspotential)

 

Machen Schmerzmittel/Schlafmittel abhängig?

Hier gilt es zu differenzieren, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber. Barbiturate sind Schlaf- u. Beruhigungsmittel mit hohem Abhängigkeitspotential; ebenso können Mischanalgetika als Schmerzmittel den Suchtstoff Kodein (Opioid)enthalten.

 

Woran merke ich, dass ich medikamentenabhängig bin?

Als Medikamentenabhängiger muss jemand angesehen werden, der ständig oder episodisch Medikamente mit psychischer Wirkung einnimmt, ohne das ein medizinischer Grund besteht. Die Betroffene haben Schwierigkeiten das Medikament abzusetzen.

Wir unterscheiden:

  1. Die psychische/ seelische Abhängigkeit
    (die in jedem Fall vorliegt)

    Unfähigkeit zum Aufhören (Abstinenzunfähigkeit)
    Tendenz zur Einnahme immer größerer Dosen (Kontrollverlust)
  2. Die physische/ körperliche Abhängigkeit, die nicht bei allen Substanzen auftritt, aber nach längerer Einnahme sehr stark auftreten kann
    Entzugserscheinungen
    Linderung der Entzugserscheinungen kann durch erneute Einnahme des Suchtmittels gelindert oder aufgehoben werden

Entzugserscheinungen:

Häufig Unruhe
Schlafstörungen
Kognitive Störungen Konzentrationsstörung
verlangsamtes Denken
Gedächtnisstörungen
Merkfähigkeit beeinträchtigt
Affektstörungen depressiv
antriebsarm
reizbar
Stimmungsschwankungen
Ängste
Alpträume
Müdigkeit
selbstmordgefährdet
körperliche Entzugserscheinungen Schlafstörungen (Einschlaf- und Durchschlafstörung)
vermehrtes Schwitzen
Zittern
Herzklopfen
Appetitlosigkeit
Übelkeit
Überempfindlichkeit für optische, akustische, taktile Reize
Illusionäre Verkennungen

 

 

Ich habe den Verdacht, eine Medikamentenabhängigkeit von meinen Schmerz-/Schlafmitteln entwickelt zu haben, die mir der Arzt verschrieben hat. Wo kann ich mich hinwenden?

Wenden Sie sich für ein klärendes Gespräch an eine unserer Beratungsstellen.

Chancen der Behandlung: Medikamentenabhängige sind oft schwierig zu einem therapeutischen Engagement zu bewegen; für den Betroffenen ist es schwer sich einzugestehen, dass das "Heilmittel", welches vom Patienten zur Erleichterung eingenommen wurde, plötzlich für Schlafstörungen verantwortlich ist. Je fester der Wille aufzuhören, um so kürzer und einfacher sind die Entzüge und um so günstiger ist die Prognose! Die Prognose der Medikamentensucht ist günstiger als die des Alkoholismus oder der Drogensucht.

Entzug:
Stationärer Entzug: mehrere Wochen, oft Monate Entzugserscheinungen meist schlimmer, als bei Alkoholentzug
Ambulanter Entzug: abhängig von Art, Dauer und Menge des Medikamentenmissbrauches und des Krankheitszustandes des Betroffenen, ob soziales Umfeld vorhanden;
Motivation unter ärztlicher Aufsicht (tägliches Vorstellen beim Hausarzt) psychologische Begleitung, Psychotherapie

 

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Weitere Fragestellungen:

 

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