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Zurück zur �bersicht | Ausgewähltes Thema: Jugendliche

Jugend und Drogen

Die Jugend und besonders die Pubertät ist eine Zeit der Veränderung und Neuorientierung. Werte und Verhaltensweisen der Eltern sind bekannt und daher meist weniger interessant. Das Motto heißt eher: "Was gibt es sonst noch im Leben". In dieser Phase stoßen junge Menschen häufig auf Drogen und es ist reizvoll, sie auch auszuprobieren. Im Regelfall handelt es sich hierbei um Cannabis, im Trend liegen Ecstasy und ähnliche Partydrogen. Nur ein sehr geringer Prozentsatz greift zu Heroin oder ähnlichem. Vielfach bleibt es beim "Experimentieren" und im Laufe der Zeit werden wieder andere Dinge des Lebens wichtiger. Ecstasy z.B. wird erfahrungsgemäß über einen Zeitraum von drei Jahren konsumiert und dann nicht mehr. Auch ist der Reiz des Verbotenen in dieser Altersgruppe nicht zu unterschätzen.

Vorbilder

Ein wesentlicher Faktor gerade bei Alkohol und Medikamenten liegt sicher in der Vorbildwirkung Erwachsener. Mehrheitlich herrscht eine unkritische positive Einstellung der Erwachsenengeneration gegenüber legalen Rauschmitteln als soziales Kontaktmittel und Heilmittel vor. Da macht es wenig Sinn den Jugendlichen gegenüber z.B. Alkohol als gefährlich und gesundheitsschädigend darzustellen. Erstkontakte mit Alkohol werden von Jugendlichen mehrheitlich in der Familie gemacht und damit Assoziationen wie Erwachsensein, Geselligkeit, Entspannung und ähnliches geknüpft. Ähnliches gilt für Medikamentenkonsum, wenn z.B. bei jedem Wehwehchen oder jeder Missstimmung ein Gegenmittel konsumiert wird.

Werbung

Im Sinne der Absatzsteigerung wird relativ uneingeschränkt Werbung für legale Drogen gemacht. Ängste, Sehnsüchte und Wünsche von Jugendlichen werden bewusst angesteuert; sportliche Leistungen, gesellschaftliche Umgangsformen und Erwachsensein werden mit dem Konsum verknüpft. Ähnlich verhält es sich mit der Darstellung von Drogenkonsum in der Unterhaltungsindustrie.

Freundeskreis

Unter Gleichaltrigen gilt Drogen- und besonders Alkoholkonsum als erwachsen und als Prestigesymbol. Er wird zur Überwindung von sozialen Ängsten eingesetzt und als ein Zeichen des "Dazugehörens".

Risiken

Werden Drogen immer häufiger dazu verwendet, Ängste, Spannungen und Konflikte zu bewältigen, besteht die Gefahr, dass sich die Unfähigkeit zur Problemlösung und der Mangel im Aufbau von echter Kontaktfähigkeit in Suchtverhalten manifestiert. Je eingeschränkter die Möglichkeiten sind, die ein Jugendlicher sieht, um auf Krisen, oder auch nur Langeweile zu reagieren, umso größer das Risiko einer Abhängigkeit.

Gegenmaßnahmen

Grundsätzlich ist eine realistische Information der Jugend über Möglichkeiten und Risiken des Konsums neben dem gelebten Vorbild am sinnvollsten. Dem Jugendlichen die Freiheit zu geben, sich zu erleben, ist ebenso wichtig wie Grenzen zu setzen. Die Erfahrung zu machen, selbst Konflikte und Krisen bewältigen zu können, gehört für den Menschen ebenso zur Lebensvoraussetzung, wie das Wissen um Zuwendung und Liebe. Besteht ein begründeter Verdacht, dass eine Gefährdung vorliegt, ist es vorrangig wichtig, die Beziehungs- und Vertrauensebene nicht zu verletzen. Panische Reaktionen und Verbote sind meist kontraproduktiv; wichtig ist es im Gespräch zu bleiben. Professionelle Hilfe kann in solch einer Situation für Eltern und Freunde eine gute Voraussetzung dafür sein, den Kontakt aufrecht zu halten, um auch wirklich unterstützend für den Betroffenen sein zu können.